Das Spiel mit dem Leben

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind für alle da. Sie sorgen für Sicherheit und verhindern Lärmbelästigung. Dennoch halten sich nicht alle daran. Noch gefährlicher wird es, wenn aus der Geschwindigkeitsübertretung ein Rennen wird.

In den vergangenen beiden Jahren hat die Polizei allein in Dortmund 79 Personen als Rennteilnehmer identifiziert. 2017 kam es zu 10 Unfällen, die im Zusammenhang mit einem Rennen standen. Die Bilanz: Eine Menge Sachschäden, 8 Leichtverletzte und 4 Schwerverletzte.
Als Konsequenz wurde am 30.07.2017 das verbotene Kraftfahrzeugrennen von einer Ordnungswidrigkeit zur Straftat (gem. § 315d StGB) hochgestuft. Zuvor lag das festgelegte Bußgeld bei 400€. Dazu gab es ein einmonatiges Fahrverbot. Jetzt wird die Teilnahme an einem verbotenen Autorennen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren oder einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Außerdem wird die Fahrerlaubnis eingezogen.

Wie gefährlich das Rasen ist, musste in Dortmund zuletzt ein 21-jähriger am eigenen Leib erfahren:

 

Schwerpunktkontrollen werden ausgebaut

Um die Gefahr durch Raser und Rennfahrer einzudämmen, finden regelmäßig Schwerpunktkontrollen und Informationsveranstaltungen statt. Die letzte am 16. Juni am Ostwall in Dortmund. Anwohner, aber auch angehörige der (legalen) Tuningszene, hatten die Gelegenheit, sich mit den Beamten über das Thema „Raser“ auszutauschen. Das Angebot wurde gut genutzt und es wurde sachlich diskutiert.
Zeitgleich fanden Geschwindigkeits- und Tuningkontrollen in der Dortmunder Innenstadt, auf dem Wallring und den innerstädtischen Zufahrtsstraßen statt.
Bei 14 Fahrzeugen stellten die Polizeibeamten technische Mängel fest. Fünf Autos wurden sichergestellt, weil sie deutlich zu laut waren.
Bei den Geschwindigkeitskontrollen wurden insgesamt 542 Verstöße festgestellt. Drei Fahrzeugführern droht ein Fahrverbot.
Den traurigen Rekord stellte ein 35-jähriger Dortmunder auf. Er fuhr auf der Bornstraße stadteinwärts mit 104 km/h statt der erlaubten 50.
Die Kontrollen sollen fortgeführt werden. Ebenso die Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden mit Interessierten.

Lösungsansätze gibt es schon lang – Wall nachts nur einspurig?

In den Diskussionen wurde eines deutlich: Die Raser sind nicht sonderlich beliebt. Die Frage bleibt: Wie können sie gestoppt werden?
Einer der Vorschläge, mit dem sowohl Polizisten, Anwohner und Tuner leben könnten, wäre eine nächtliche Verengung des Walls. Nachts soll es also einspurig werden. Das wurde schon in den 90er Jahren versucht. Ralf Lindemann von der Dienststelle für Unfallprävention und Opferschutz erkennt die Dringlichkeit der Angelegenheit: „In Dortmund hatten wir bereits Unfälle mit Schwerverletzten. Wir wollen keinen Überfahrenen Nachtschwärmer auf dem Wall liegen haben. Aber die Sanduhr tickt.“ Die Polizei überlegt jetzt, die Stadt Dortmund um die Umsetzung zu bitten. Das Tiefbauamt hat aber Bedenken, was die Umsetzbarkeit angeht. Denn es müssten jeden Abend Baken aufgestellt werden.
Auch Ralf Stoltze, Bezirksbürgermeister der Innenstadt West, ist sich unsicher. „Das Problem ist, dass der Wall eine Hauptverkehrsstraße ist – so einfach ist das nicht.“

Es bleibt also vorerst bei Schwerpunktkontrollen. Die sind aber auch nicht das effektivste Mittel. Die Angehörigen der Raser-Szene warnen sich untereinander.

Insgesamt sind Polizei und Politik auf einem guten Weg bei der Bekämpfung von Rasern und illegalen Rennen. Den Anwohnern geht das aber immer noch zu langsam. Verständlich, denn sie können bei dem Lärm nachts nicht in Ruhe schlafen.

 

An dieser Stelle folgen statistische Darstellungen, die im Zusammenhang mit Raserei im Ruhrgebiet stehen. Darunter fallen Geschwindigkeitsverstöße, Unfälle nach Geschwindigkeitsverstößen und Veränderungen am Auto, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen.

 

Illegale Rennen im Ruhrgebiet

 

Fahren ohne Fahrerlaubnis