Kreative Querdenker – Zwei ehemalige WAMler berichten

Die beiden  ehemaligen "MeDis" Lars Sarzio (l.) und Tobi Mania. Foto: KQ – Designstudio und Kreativkollektiv
Die beiden ehemaligen „MeDis“ Lars Sarzio (l.) und Tobi Mania. Foto: KQ – Designstudio und Kreativkollektiv

Der Titel „Ehemalige/r der WAM“ ist für mich noch weit entfernt, bin ich doch gerade erst im 2. Semester. Aber für die einen oder anderen Studenten der WAM rückt dieses Ende immer näher. Angst und Ungewissheit machen sich bei den einen breit, Vorfreude und Ideenreichtum bei den anderen. Eines ist aber gewiss. In irgendeiner Art wird jeder WAMler seine Akademie vermissen.

So wie Lars Sarzio und Tobi Mania. Die beiden Ehemaligen haben ihren Ideen freien Lauf gelassen und sind nun direkt nach dem WAM-Studium die frischgebackenen Geschäftsführer ihres eigenen Werkes – dem Designstudio und Kreativkollektiv KQ in der Nähe der Thier-Galerie Dortmund. KQ steht für das, was die Beiden sind: „kreative Querdenker, keine Quacksalber, kräftig qualifiziert“. KQ steht außerdem noch für das, was sie bieten: „künstlerischen Qualitätsanspruch, kalkulierten Quatsch, korrekte Quittungen“. KQ sucht „Kunden querbeet“.

Die Homepage
Hier geht es zur Homepage der beiden: http://www.studio-kq.de/

Was die ehemaligen MeDis am meisten vermissen? Die Antwort war eindeutig: Gabi! Neben dem Genuss von Gabis kulinarischen Köstlichkeiten, konnten Lars und Tobi aber im Laufe der Studienzeit der Werbebranche gut auf den Zahn fühlen und haben einen guten Einblick auch über das bekommen, was an BWL, Recht und Politik wichtig für den Berufseinstieg und die Verwirklichung ihrer Selbstständigkeit war bzw. ist.

Die Idee der Selbstständigkeit war bei Lars und Tobi immer präsent. Zum Ende des Studiums entstand dann der erste richtige Plan, wie die Agentur vielleicht zu verwirklichen ist. Daran wurde auch nach dem Abschluss fleißig „weitergesponnen“, wie Lars im Interview erzählt. Dass am Ende die Ideenverwirklichung ganz anders war, als am Anfang gedacht, ist aber alles andere als negativ. Jetzt machen Lars und Tobi gemeinsame Sache bei jedem Projekt was kommt und was kommen könnte.

Zweifel hatten die jungen Selbstständigen bisher nicht, KQ ist schließlich noch ganz jung und frisch. Der Spaß ist vorrangig, „auf jeden Fall“, wie Beide deutlich betonen. „Das ist, glaub ich, das Wichtigste. Dass wir richtig Bock haben, auf das was wir hier machen!“, stellt Tobi klar. Lars und Tobi arbeiten sogar manchmal am Wochenende, an Feiertagen oder länger als die festen Arbeitszeiten, einfach weil KQ Spaß macht. „Das fühlt sich halt nicht immer wie Arbeit an“, erklärt Lars auf die Frage, ob die Agentur zeitgleich auch eine Art Hobby ist.

Ziele wären zum Beispiel, von dem Designstudio leben zu können und bestimmte Kunden für sich gewonnen zu haben. KQ soll sich eher in dem Bereich Kultur etablieren und für Start-Up-Unternehmen arbeiten. Lars und Tobi wollen Spezialisten in ihren beiden Ziel-Bereichen werden, wie lange das jetzt dauern wird, das wissen die beiden nicht. Was aber feststeht, KQ soll, zusätzlich zu den eigenen Spezialisierungen, ein Kollektiv von Illustratoren, Textern und Filmemachern bilden. So kann die Bandbreite noch erweitert werden und auf jedem Gebiet arbeiten dann Fachleute an dem bestmöglichen Ergebnis. Kunden können also mit einem „Fullservice“ rechnen.

Aber um sich überhaupt etablieren zu können und um an die ersten Aufträge zu kommen, sind Gründertreffen wichtig, die Lars regelmäßig besucht. Dort lernt er viele neue Leute kennen, die sich auch gegenseitig helfen und unterstützen können und „man lernt eine ganz neue Welt kennen“. Wichtig sind auch die eigen gesetzte Aufgaben und die Absprache der beiden Geschäftsführer untereinander. „Jeder Tag ist schließlich anders und jeder Tag bringt was anderes mit sich“.

Lars und Tobi raten jedem kommenden Ehemaligen, auf sein Bauchgefühl zu hören und sich nicht gezwungenermaßen selbstständig zu machen. „Wir können es empfehlen, aber nur wenn man Bock drauf hat“, rundet Tobi das Thema Selbstständigkeit ab. Was aber jedem WAMLer zu raten ist: „Nicht faul sein!“, „Praktika wahrnehmen.“, „Abseits vom Studium was machen, was in die eigene Fachrichtung geht.“, „Eigeninitiative zeigen!“, „Das machen, wo man das Gefühl hat, dass es am meisten weiterbringt!“, „Praxis ist das Wichtigste!“