Wer oder Was ist noch gleich Valentinstag?

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Tadaaa. Heute ist mal wieder Valentinstag – der Tag der Verliebten bzw. Tag der Liebenden. Unzählige Blumen (76,6%), Süßigkeiten (62,9%) und Liebesbriefe (45,2%) werden an diesem Tag verschenkt. Dabei beschenkt sich in diesem Jahr nur knapp die Hälfte der deutschen liebenden Pärchen (52% JA | 48% NEIN).

Und dennoch greifen hier die Herren im Durchschnitt deutlich tiefer in die Tasche als die Damen der Schöpfung: rund 60 Euro kommen bei einem Mann am 14. Februar schon mal zusammen, während eine Frau (wenn überhaupt ;-)) etwa 40 Euro ausgibt. Von den 60 Euro werden dann allein schon um die 20 Euro für einen Blumenstrauß ausgegeben. Die meisten Frauen (35,5%) wollen übrigens am liebsten einen Rosenstrauß in ihren Händen halten! Dicht gefolgt von einem gemischten Blumenstrauß (32%). Etwa einem Viertel der Damen reicht aber auch eine einfache Rose (24,3%). Was ein Glück! Die sind nicht so teuer wie ein ganzer Blumenstrauß 

Der Valentinstag geht zurück auf die Antike

Bei so viel Schenkerei vergisst man aber auch gern schon mal, welche Bedeutung dieser Tag hat. Man könnte glatt meinen, er sei eine Erfindung der Schokoladenfabriken und Blumenhändler. Das ist aber falsch…wäre ja auch viel zu einfach. Tatsächlich geht der Valentinstag bis auf die Zeit der Völkerwanderung zurück! (Spätantike: 150-500 n.Chr.) Valentin, Bischof von Terni (Italien), ist der Namensgeber für den Valentinstag. Er wurde im 3. Jahrhundert nach Christus aufgrund seines Glaubens hingerichtet. Von seinen Zeitgenossen wurde er als Märtyrer verehrt und ist durch Krankenheilungen und die Bekehrung von Nicht-Christen bekannt geworden.

Kurz nach seiner Bestattung errichtete Papst Julius I. (Amtszeit: 337-352) in Rom eine Basilika zu Ehren des Valentin. Als sein Gedenktag wurde daraufhin der 14. Februar festgelegt; genau einen Tag vor Beginn des römischen Fruchtbarkeitsfestes (die Luperkalien). Gerhard Dohrn-van-Rossum, Professor für mittelalterliche Geschichte an der TU Chemnitz, dazu gegenüber Bild der Wissenschaft: “Solche Überformungen heidnischer Festdaten durch christliche Feiertage waren nicht selten und geschahen auch nicht zufällig.“

„Vielliebchentag“

Jetzt aber genug von dieser ganz uralten Geschichte. Viel interessanter ist doch, wie aus so einem Gedenktag der Tag der Liebenden wird. Das hat damit was zu tun, dass der Tag des Valentin auch ein sogenannter Lostag war, d.h. ihm wurde eine Zukunft bestimmende Bedeutung zugeschrieben – sowohl im Guten wie auch im Schlechten. Z.B.: Den ersten Jungen, den ein Mädchen an diesem Tag gesehen hat, deutete man als Zeichen für eine spätere, glückliche Beziehung. Aus diesem Grund wurde der Tag des Valentin früher auch „Vielliebchentag“ genannt. In England und Frankreich wurde Valentin zum Schutzpatron der Verliebten, denn dort glaubten die Menschen, dass sich am 14. Februar die wilden Vögel zu paaren beginnen. Seither war es dann gebräuchlich an jenem Tag, kleine mit Herzen verzierte Präsente an seine/n geliebte/n Partner/in zu verschenken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist dieser Brauch aus England auch nach Deutschland gekommen. Und somit wurde aus dem Bischof von Terni der uns bekannte Valentinstag, so wie wir ihn „feiern“.

Bräuche in anderen Ländern

Übrigens: in Japan z.B. beschenken am 14.02. die Frauen ihre Männer mit Schokolade. Im Gegenzug bekommen die Frauen genau einen Monat später weiße Schokolade von ihren Männern. In Finnland schaltet man am Valentinstag einen Gang zurück. Hier wird dieser Tag „nur“ als Freundschaftstag gefeiert. Meist anonym verschicken die Finnen an diejenigen, die sie sympathisch finden, kleine Geschenke oder Karten. Es gibt aber auch Regionen, wo der Valentinstag gänzlich untersagt ist. In Saudi-Arabien zum Beispiel steht er auf der Verbotsliste des islamischen Rechts. Genauer gesagt ist es hier verboten, Dinge zu kaufen, die sich als ein Valentinstagsgeschenk eignen – Pralinen, Schokolade, Rosen, Schmuck etc.