Über einen alles andere als tristen Dezemberabend

Foto: Theater Dortmund
Foto: Theater Dortmund

Es ist bereits stockduster. Ich hetzte durch den Nieselregen über die Straße. In den Scheinwerfern der Autos kann ich sehen, wie fein die fiese Nässe heute ‚runterkommt.

Ich klappe meinen Schirm wieder zu. Meine Frisur ist durch den Wind ohnehin nicht mehr vorhanden. Vielleicht hätte ich lieber doch auf dem Sofa bleiben sollen. Aber meine Familie wartet. Ich husche die letzten Meter über den großen Vorplatz. Endlich empfängt mich die wohlige Wärme der Eingangshalle. Ich bin im Theater und muss zugeben selbst schwer überrascht. Auch ich mit einer Kindheit voller Chor- und Theateraufführungen habe heute nichts anderes erwartet als ältere Ehepaare und geringes Publikum im Allgemeinen. Schließlich ist es nur Donnerstag. Ich habe mich schwer getäuscht.

Während ich mich auf die Suche nach meiner Familie begebe, sehe ich gar eine Überzahl junger Leute. Einige Mädchencliquen, Familien mit Kleinkindern und viele junge Paare.

Auch die ungemütliche Nässe ist vergessen. Jeder ist schick gekleidet, auf einer kleinen Bühne vor den Haupttreppen wird bereits auf den Abend eingestimmt.

Heute wird Schwanensee aufgeführt. Es gibt kaum ein bekannteres Ballett, doch gibt es wohl auch kaum eine neuere Inszenierung als hier in Dortmund. Mit Xing Peng Wang als Choreographen bekommt das Theater seit fast 10 Jahren die besten Kritiken und eine neue Blütezeit.

Auch Schwanensee wurde bereits hochgelobt.
Vorfreude macht sich bei mir breit.
Es gongt endlich. Der Einlass beginnt.
Ich sitze mit meiner Familie in den vorderen Reihen genau auf Höhe der Bühne.
Hinter dem hauchdünnen Vorhang kann ich schemenhaft Tänzer ausmachen, die sich warm machen. Auch das Orchester stimmt sich ein.
Wenn ich mich umschaue, bin ich nochmals überrascht, wie sich alle Ränge gefüllt haben.
Es wird dunkel und das Stück beginnt.
Über fast drei Stunden werde ich nun in eine märchenhafte Welt mitgenommen.
Zu verzauberten Schwänen und verwunschenen Prinzessinnen. Funkelnde Kostüme in nebligen Abgründen.

Die Grundgeschichte ist geblieben. Der Prinz verliebt sich in das Schwanenmädchen, dass eine vom Zauberer verwunschene Prinzessin ist. Er will sie zur Frau nehmen und sie befreien, doch der Zauberer erkennt seine Absichten. Als der Prinz seine Braut wählen will, führt im der Zauberer den bösen Schwan vor. Der Prinz lässt sich täuschen und das Publikum muss bangen, ob der Prinz seine wahre Geliebte wiederbekommen kann.

Starke Gefühle in einer noch stärkeren Inszenierung. Zwar behält Xing Peng Wangs Version eine Vielzahl der klassischeren Choreographien bei, doch schafft er die perfekte Mischung zum Zeitgemäßen und Modernen. So gibt es manche Momente mit imposanteren Kostümen als bei mancher MTV-Verleihung.

Zwar kenne ich mich mit Tanz an sich nicht gut genug aus, um fachgerecht zu urteilen, doch möchte ich behaupten die tänzerischen Darstellung ist ebenso atemberaubend wie die Kostüme. Wen fasziniert die optischen Leichtigkeit der schwersten körperlichen Bewegungen nicht! Mich immer wieder. Dazu kommt die Musik des Orchesters. Alles passiert vor meinen Augen und Ohren, alles ist live. Ich bin versunken.

Als das Stück endet, gibt es stehende Ovationen für Xing Peng Wang und seine Tänzer. Tosender Applaus über zehn Minuten. Die Tänzer auf der Bühne gehören jeglichen Nationen an.

Ein in jeder Hinsicht überraschendes Ballett weg von allen eingestaubten Vorstellungen.

Natürlich muss ich zugegeben, dass mir die Welt von Musik und Tanz nie fern war. Doch wenn ich mich zwischen den hinausströmenden Gästen umsehe, kann ich keine enttäuschten oder genervten Gesichter erkennen.

Im Gegenteil. Um mich herum sind Menschen, die einzig und allein so aussehen, als hätte sie einen wunderschönen Abend erlebt. Wie auch ich.

Und wenn ich mich das nächste Mal entscheiden muss, ob ich mal wieder ins Kino gehe, mit seinen muffigen Sälen, der endlos langen Werbung und lauten Fast Food essenden Kindern, werde ich nun bestimmt öfter das Theater wählen. Preislich macht es als Student noch nicht mal mehr viel Unterschied. Wertvoller ist es alle Mal.

Foto: Theater Dortmund

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