Kronleuchter und Crowdsurfing – Die Beatsteaks in Dortmund

Stets mit Hut: Sänger und Gitarrist Arnim Teuteburg-Weiß.
Stets mit Hut: Sänger und Gitarrist Arnim Teuteburg-Weiß. Foto: www.loyaltonone.net

 

Wer eine Aufzählung der zehn besten deutschen Rockbands wagt, kommt um die Beatsteaks nicht herum. Seit fast 20 Jahren sind die fünf Jungs aus den Charts nicht wegzudenken. Ende November waren sie in Dortmund zu Gast.

Die Ärzte sangen einst: „Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?“ Die beinahe ausverkaufte Westfallenhalle ist gefüllt mit frenetischen Rock-Fans. Für das Warm-Up haben sich die Berliner Unterstützung aus Österreich geholt. Die Newcomer Bilderbuch spielen eine gute halbe Stunde, darunter auch ihre Single Maschin.

Um Punkt 21 Uhr kommt die Band um Sänger Arnim auf die Bühne. Zunächst nur dunkle Umrisse hinter einem riesigen weißen Vorhang. Mit „Up On The Roof” eröffnen die Indie-Rocker ihre zweistündige Show. Das Stück stammt vom diesjährigen Album „Beatsteaks” – das siebte in der Bandgeschichte. Zu den schnellen und kraftvollen Gitarrenergüssen gesellen sich auch entspanntere Nummern. Bei „Everything Went Black” wird die Westfallenhalle von tausenden Reflektionen einer Diskokugel erhellt, die von der Decke baumelt. Dazu spielt die Band lässige Riffs, die zwischenzeitlich zu einem Cover von „That’s the Way I Like It” führen.

Auch die Singleauskopplung „Gentleman Of The Year” darf natürlich nicht fehlen. Bei dem Stück schwebt eine Art Kronleuchter aus hunderten an Schnüren aufgereihten Glühbirnen von der Bühnendecke. In immer wieder neu blinkenden Farben sorgt er für ein visuelles Highlight.

„Handys in die Tasche!“

Zu den ganzen neuen Stücken mischen sich die Klassiker „Jane Became Insane”, „Hello Joe”, das unsterbliche „Hand in Hand” und natürlich „I Don’t Care As Long As You Sing”. Die Stimmung ist grandios, die Zuschauer pogen, tanzen, und singen. Die ganz Mutigen versuchen sich sogar im Crowdsurfing und lassen sich über die Köpfe hinwegtragen.

Direkt zu Beginn macht Sänger Arnim eine klare Ansage: „Lassen wir die Handys heute Abend mal in der Tasche. Wir haben genug Freunde hier drin.” Die Smartphones blieben dann auch weitestgehend unten. Bis zum Gänsehautmoment als Gitarrist Peter nur vom Klavier begleitet und mit minimaler Gitarrenbegleitung das Lied „Hey Du” durch die Halle schallen lässt. Da dienen vielen der Zuschauer die Handydisplays als Feuerzeugersatz.

„Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?“ An diesem Dienstagabend kann das niemand.

von Stefan Meinhardt

Alle Fotos: www.loyaltonone.net