Wer will schon Brad Pitt, wenn man Florian haben kann?

Foto: Meinhardt
Foto: Meinhardt

Er ist zwar nicht der längste von allen – dafür punktet der Dortmunder Fernsehturm aber mit einem wunderschönen Garten zu seinen Füßen, kreativen Stickern und einer mysteriösen Stelle, an der es niemals windig ist.

Florian, kennste? Wahrzeichen Dortmunds, Fernsehturm, höchster Punkt Dortmunds und so. Für unseren journalistischen Bildungsauftrag ist uns selbstverständlich kein Weg zu weit und kein Turm zu hoch. Also bestieg ein Teil der Wollz-Redaktion an einem schönen Samstagnachmittag für euch den Dortmunder Fernsehturm, liebevoll „Florian“ genannt. Namensgeber ist übrigens der Schutzpatron der Gärtner. Dieser setzte sich gegen nicht zu unterschätzende Konkurrenten wie „Emscherspargel“, „Hopfenstange“ oder „Kumpel Anton“ durch. 1959 zur ersten Landesgartenschau im Westfalenpark eröffnet, rangiert Florian mit 208,56 Metern Gesamthöhe auf Platz 14 der deutschen Fernsehturm-Hitparade.

Für schlappe 2,50€ pro Nase (ich weise hiermit auf die beachtlichen 12,50€ Eintritt für sein Berliner Gegenstück hin) erstehen wir ein Ticket und zwängen uns zusammen mit ein paar weiteren Lokalpatrioten in den kuscheligen Aufzug. In 133 Meter Höhe betreten wir die Aussichtsplattform und es bietet sich ein wunderschöner Blick auf das Dortmunder U, den Phönix-See, das Stadion und gefühlte 20 Kühltürme. Auf der zweiten Etage stört dann auch kein Sicherheitsgitter mehr die Aussicht (nein, man kann trotzdem nicht runterfallen) und Stefan kann seines Amtes walten und schöne Fotos von der Umgebung sowie nicht so schöne Fotos von der Reporterin knipsen.

Verwinkelte Gärten und rotierende Restaurants

Beim Blick nach unten offenbart sich auch die labyrinthartige Symmetrie von „Florians Garten“, der 2011 fertig gestellten Anlage am Fuße des Turms. In mühevoller Arbeit wurden dort zehntausende Blumenzwiebeln, Sträucher und Büsche angepflanzt, auf den Kopfsteinpflasterpfaden lässt sich stilvoll flanieren und auf den zahlreichen Bänken eine wohlverdiente Ruhe- beziehungsweise Raucherpause einlegen. Neben all der Ästhetik sorgt Florian auch für das leibliche Wohl des Menschen: Das rotierende Turmrestaurant in 142 Metern Höhe schafft alle 37 Minuten eine Umdrehung – wem das zu hoch ist, kann im ebenerdigen Terrassenrestaurant regionale Snacks wie Grubensandwich oder saure Gurken zu sich nehmen.

Auf dem Rückweg zum Aufzug verrät uns eine der Fahrstuhl-Damen (deren einziger Daseinszweck es zu sein scheint, die Gäste hoch und runter zu fahren sowie „Hallo“ und „Tschüss“ zu sagen) noch ein Geheimnis: Sie fragt uns, ob wir auch diese eine Stelle gefunden hätten, an der es nie windig ist. Wir bejahen begeistert – bis uns draußen dann einfällt, dass es bei einem (runden) Turm immer irgendwo eine windlose Stelle geben muss und zwar sogar genau gegenüber der Windrichtung! Angesichts unseres Genies völlig geplättet, streben wir dem Ausgang zu und nehmen uns vor, bei unserem nächsten Besuch unbedingt dieses Grubensandwich zu probieren.

Von Rebecca Jacob