„Pipifax“ im Brauereimuseum

Eine „antike“ Bierabfüllmaschine. Foto: Stimpel

Dortmunder Nordstadt. Ein Viertel in das man gehen kann, aber nicht unbedingt muss. Vier ausländisch aussehende LKW-Fahrer sitzen in ihrer Pause auf Plastikstühlen im Schatten unter Bäumen. Natürlich mit Bier in der Hand. Hach, Nordstadt-Feeling!

Die großen silbernen Tanks sieht man schon von Weitem emporragen. Das sind Gärtanks, erfahre ich später. Ansonsten sieht das Gelände der Dortmunder Brauerei wenig spektakulär aus. Ich sehe mich nach dem Eingang zum Museum um. Zwei schwere Glastüren trennen mich jetzt noch von der Zeitreise zurück in die Geschichtsanfänge der Brauereien in Dortmund.

Historisches Sudhaus von außen
Der Haupteingang des Dortmunder Brauereimuseums. Foto: Stimpel

„In ein paar Minuten geht’s los“, weist mich die freundliche Mitarbeiterin an der Kasse an. Und es ging los – los mit Oliver Töpfer. Locker 1,80 Meter groß und fast ebenso breit mit einem enorm lauten Organ. Das Schild mit seinem Namen hängt am Kragen des ausgeblichenen schwarzen T-shirts kurz unter dem Kinn. Es geht eine Treppe hinauf ins Museum, wo unser Leiter uns lauthals Daten um die Ohren haut. Warum schreit der nur so? Um mich herum stehen vor allem ältere Herrschaften, die Oliver gebannt zuhören. Jetzt ist alles klar. Mit seiner flapsig, fast frechen Art versucht unser „Guide“ Geschichte mit Unterhaltung zu paaren und es gelingt ihm – fast.

„Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich“

Wir stehen in einem sehr hohen Raum. Hellbrauner Anstrich und grüne Kacheln erinnern an 70er-Jahre-Schick. Direkt vor uns befindet sich eine riesige graue Dampfmaschine. Moment mal, eine Dampfmaschine im Brauereimuseum? Als könnte Oliver Gedanken lesen, geht er jetzt genau darauf ein und erklärt, die Dampfmaschine stand nicht immer hier, sondern sei vor etlichen Jahren aus Bayern hergekarrt worden. Und keiner weiß so recht warum.

Es geht eine weitere Treppe hinauf zu einer Art Erker, in der Mitte steht ein Tisch. Oliver berichtet uns nun von den Brauereien, welche es in Dortmund vor etlichen Jahrzehnten gab. Achtundzwanzig gab es im Jahr 1901. Früher haben selbst Bäcker und Gastwirte gebraut, um ihren Kunden Essen und Trinken anbieten zu können. Die Verbindung zwischen Bier und Brot findet man häufiger als man denkt. Zum Beispiel auch im Märchen Rumpelstilzchen: „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich, übermorgen hol‘ ich mir der Königin ihr Kind!“ Doch durch den 1. Weltkrieg und die Wirtschaftskrise gingen viele Minibrauereien pleite und so schrumpfte die Zahl bis 1920 auf acht. Trotzdem war Dortmund zu dieser Zeit Brauereistadt Nr. 1.

Alte Biertanks
In diesen Tanks wurde früher Hefe gegärt. Foto: Stimpel

Auf dem Tisch in der Mitte wird eine Dortmund-Karte projiziert, bei der Oliver auf verschiedene Punkte tippt und sich so Artikel und Fotos öffnen. Er schaut in die Runde und scheint völlig in seinem Element. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er tatsächlich immer wieder mich fokussiert oder einfach nur schielt. Unsere nächste Station ist eine alte Theke. „Getränke gibt’s da aber nicht“, sagt Oliver und ein lautes Aufstöhnen zieht durch die Gruppe. Stattdessen sehen wir uns einige alte Werbespots an. Hierzu muss man die passende Bierflasche auf ein Feld stellen, das wie ein Tablett aussieht, und schon läuft der Spot zu dem Bierhersteller auf dem Fernseher ab. Raffiniert gemacht!

Gleich daneben steht ein großes rotes Fahrzeug. In den 1920er Jahren hat dieses Fahrzeug das Bier auf dem Gelände der Brauerei hin- und hertransportiert. Mich erinnert es eher an einen alten Feuerwehrwagen, nicht zuletzt wegen des feuerroten Lacks. Oliver erzählt, dass nach dem zweiten Weltkrieg das Brauen verboten war. Da man aber nicht vollständig auf Bier verzichten wollte, erstellte man ein Ersatzbier. Dieses hatte aber nur wenig mit dem gemein, was man sonst unter Bier versteht. „Pipifax“ wurde es genannt, wohl weil es den Drang auf Toilette zu müssen beschleunigte und nicht, weil es so schmeckte. Na, Gott sei Dank! An dieser Stelle muss unsere Führung schließlich abgebrochen werden – Oliver hatte sich wohl irgendwo festgequatscht, sodass keine Zeit für weitere historische Ausschweife war.

Selbst Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen

Verköstigungstour stand nun auf dem Programmplan. So wurde unsere Gruppe aus dem Eingangbereich von einem älteren Herrn abgeholt und über das Gelände zum nächsten Gebäude geführt. Allgemeine Vorfreude macht sich breit, als wir eine Theke mit gleich mehreren Zapfhähnen erblicken. Und tatsächlich, wir bekommen zunächst einmal ein Bier angeboten. Gleich darauf geht’s in einen Raum mit Kino-Charakter, aufgereihte Stühle und eine Leinwand. Gemütlich sitzend und mit Bier in der Hand bekommen wir in kleinen Filmen einen Überblick über die einzelnen Stationen, die ein Bier durchläuft eh es abgefüllt werden oder auch abfüllen kann. Vom Rohstoff zum Bier. Bald darauf bekommen wir Kopfhörer und werden über das Brauereigelände geführt, vorbei an den riesigen Gärtanks und den LKW, welche leere Bierkästen abliefern oder volle wieder mitnehmen. Gabelstabler fahren wild umher, weswegen wir gebeten werden, auf dem Zebrastreifen zu bleiben.

Moderne Bierabfüllmaschine
So sehen moderne Bierabfüllmaschinen aus. Foto: Stimpel

Im nächsten Gebäude erwartet uns ein trister langer Gang. Es geht vorbei an einigen Räumen, in denen viele Rohre aus Edelstahl zu erkennen sind. Hier ist es nicht nur sauber, sondern rein. Auch unser Rundführer sagt: „Hier kann man vom Boden essen oder passender vom Boden trinken.“ Ein echter Witzbold! Ein starker Chlorgeruch steigt mir in die Nase. Damit wird in der Brauerei nämlich gereinigt. Schwimmbad-Feeling in der Bierbrauerei. Schon wieder eine Treppe hinauf, die Kopfhörer tun mir in den Ohren weh, es geht in die Abfüll-Halle. Wir stehen auf einer Empore und schauen auf die eindrucksvolle Maschine hinab, die gerade Schöfferhofer Weizen mit Grapefruit-Geschmack in Glasflaschen füllt. Eine wahnsinnige Maschine, bestehend aus gefühlt tausend Förderbändern, die die leeren Flaschen so schnell befördern und füllen, dass mir fast schwindelig wird. Hier ist es nicht nur verdammt laut, sondern auch schwül-warm und die hohe Luftfeuchtigkeit lässt uns alle schwitzen. Wir brauchen jetzt echt eine Abkühlung.

Endlich verköstigen!

Biiiier, bitte! Und wirklich, es geht zurück zum Anfang, wir können unsere Kopfhörer loswerden und dürfen Platz nehmen auf Bänken. Vor uns ein „Puzzle“ aus vier Bieruntersetzern und Körbe mit Brezeln. Wir bekommen DAB Bier (Dortmunder Actien Brauerei), Dortmunder „Kronen Pilsener“, Brinkhoff’s und Dortmunder „Kronen Export Bier“ – Lasset die Verköstigung beginnen!
Das DAB ist das herbste Bier, weil darin viel Hopfen verarbeitet wird. Aber Hopfen sind antiseptisch, sprich keimhemmend, also gesund. Herr Ober, ich hätte gern noch mehr Gesundheit! Das Dortmunder „Kronen Pilsener“ schmeckt im Vergleich zum DAB fast wie Wasser, erinnert mich an Kölsch. Richtige Plörre, aber wer auf mildes Bier steht … Das Brinkhoff’s ist ein gutes Mittelmaß zwischen DAB und „Kronen Pilsener“. Das Dortmunder „Kronen Export“ hat hingegen einen ganz eigenen Geschmack, denn hier wird mehr Malz verarbeitet und das gibt dem Bier eine eher süße Note. Also mir schmeckt’s!

Die Verköstigungstour neigt sich langsam dem Ende zu. Die ersten Personen verlassen die gemütliche Runde gen Ausgang. Haben die ihre Biere etwa auf Ex getrunken? Beim Hinausgehen aus dem Brauereimuseum erinnert mich die nette Dame am Empfangsschalter: „Vergessen sie ihr Stößchen nicht.“ Das Stößchen ist ein kleines Bierglas, das es so nur in Dortmund gibt. Daraus soll das Bier (natürlich nur Dortmunder Bier) besonders gut zu genießen sein. Auf dem Weg nach Hause sehe ich die vier LKW-Fahrer immer noch unter den Bäumen sitzen – die haben ein Leben! Ich aber auch: daheim kann die Bierverkostung mit dem Stößchen nämlich direkt weitergehen. Prost!

Infos zu den Führungen und Preisen unter
www.brauereierlebnis-dortmund.de

von Katrin Stimpel

Wenn seine Integrität beschädigt ist, verbieten Ärzte die Einnahme von diesen Pillen. Die arterien, eine kombination mit alkohol ist jedoch nicht gefährlich, insbesondere nehmen sich viele nicht mehr als attraktive sexualpartner wahr, leider haben diese Sogenannten Potenzmittel nichts mit den originalen gemeinsam, sollten sie nicht unter einer impotenz oder unter entsprechenden erektionsstörungen leiden.

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